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VARIANTOLOGIE


Variantology/Archaeology of the Media
On Deep Time Relations of the Arts, Sciences and Technologies

Ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Siegfried Zielinski
unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Eckhard Fürlus
und Clemens Jahn (studentische Assistenz)

Seit Januar 2007 ist das Projekt Variantology/Archaeology of the Media an der Universität der Künste Berlin UdK angesiedelt. Initiiert von Prof. Dr. Siegfried Zielinski, wurde es als Sonderforschungsprojekt von 2004 bis 2006 vom Wissenschafts- und Forschungsministerium des Landes NRW großzügig gefördert.



Variantology/Archaeology of the Media wurde von vornherein als ein internationales Forschungsprojekt konzipiert. Der Aufbau eines Netzwerks mit herausragenden Forscherinnen und Forschern zur Tiefenzeit der Beziehungen zwischen den Künsten, Wissenschaften und Technologien ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Derzeit existieren u.a. Kooperationen mit der Akademie der Wissenschaften Chinas in Peking, der Columbia University New York, der Katholischen Universität in Leuven, Belgien, der Akademie der Künste und der Wissenschaften in Budapest, Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, der Universität Pompen Fabra in Barcelona und der St. Petersburg State University.



Bei diesem Projekt ist ein kritisches Durchdenken der Medienbegriffe der letzten Jahrzehnte von zentraler Bedeutung. Der Begriff des Mediums wird geöffnet für Disziplinen und Denkansätze, die bisher wesentlich außerhalb des Mediendiskurses angesiedelt waren. Verbunden mit dem Forschungsprojekt sind die jährlich stattfindenden internationalen workshops sowie die sich daran anschließenden Publikationen mit Texten der beteiligten Wissenschaftler und Künstler.

2007 fand der 4. Variantology workshop zum ersten Mal an der UdK in Berlin statt, 2008 in der Biblioteca Nazionale in Neapel. Unter Beteiligung herausragender Wissenschaftler aus aller Welt sind bisher die Bände Variantology 1 bis 5 erschienen. Den fünften Band haben wir im Juli 2011 vorgestellt; Schwerpunkt dieses Buches ist die Stadt Neapel als Kulminationspunkt europäischer und arabisch-islamischer Wissenschaften.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Forschungsprojekts ist die Erstellung eines Kompendiums mit grundlegenden Texten zur Mediengeschichte, das zugleich Bestandteil unseres Forschungsprojekts zur Archäologie / Variantologie der Medien ist. Es handelt sich um eine kompakte Anthologie von Aufsätzen, die wir zum ersten Mal aus dem Griechischen, Lateinischen, Chinesischen und Arabischen übersetzen und für eine deutsche Leserschaft aufbereiten werden. Mit diesem Reader soll den Studierenden eine Sammlung von Schlüsseltexten des frühen Mittelalters bis zur Neuzeit zur Verfügung gestellt werden.


PUBLIKATIONEN



Variantology 5 – Neapolitan Affairs. On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies. Edited by Siegfried Zielinski & Eckhard Fürlus in cooperation with Daniel Irrgang Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Vol. 49, ISBN 978-3-86560-887-1 Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2011

Variantology 4 – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies In the Arabic–Islamic World and Beyond. Edited by Siegfried Zielinski & Eckhard Fürlus in cooperation with Daniel Irrgang and Franziska Latell Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Vol. 45, ISBN 978-3-86560-732-4 Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2010

Variantology 3 – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies in China and Elsewhere. Edited by Siegfried Zielinski & Eckhard Fürlus & Nadine Minkwitz Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Band 37, ISBN 978-3-86560-366-1 Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2008

Variantology 2 – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies. Edited by Siegfried Zielinski & David Link in collaboration with Eckhard Fuerlus & Nadine Minkwitz. Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Band 35, ISBN 978-3-86560-050-9 Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2006

Variantology 1 – On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies. Edited by Siegfried Zielinski & Silvia M. Wagnermaier. Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Band 31, ISBN 3-88375-914-7 Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2005



WORKSHOPS

5. Variantology Workshop
Neapolitan Affairs
On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies


Naples, November 05-08, 2008
Chair: Siegfried Zielinski with Eckhard Fürlus
Office: Franziska Latell

Wir leben nicht in einer Nachzeit (Post-Moderne). Was die Technik und die Medien betrifft, steht uns noch viel bevor. Ausgangspunkt für dieses Projekt ist, die Beziehungen zwischen den Künsten, Wissenschaften und Technologien noch einmal neu zu bedenken mit Tiefenzeitforschern aus Philosophie und Theologie, Mathematik und Naturwissenschaften, sowie mit Klang- und Bildkünstlern.


Berlin war im 19. Jahrhundert eines der Gründerzentren der Neuen Medien. Neapel war in der bewegten frühen Neuzeit ein hot spot des Aufbruchs zwischen magischem und modernem Weltverständnis in Europa. Giordano Bruno wurde in einem Dorf in der Nähe Neapels geboren; Giovan Battista della Porta gründete um 1560 in der Via Toledo in Neapel eine der ersten europäischen Akademien für experimentelle Wissenschaften. Heute ist Neapel eine völlig unmögliche Stadt, vermüllt, dekadent, extrem kriminell. Der fünfte und vorläufig letzte Workshop sollte als internationale Werkstatt Variantology in der Biblioteca Nazionale di Napoli stattfinden, die nicht nur über eine der größten Papyrus-Sammlungen verfügt, sondern ungeheure Bücher- und Manuskriptschätze in einem gigantischen Labyrinth bewahrt. Dort trafen sich die Variantologen zum vorläufig letzten Kongress und versuchten sich im vesuvianischen Denken.

Zu den teilnehmenden Wissenschaftlern und Künstlern gehörten Hans Belting (Karlsruhe), Peter Blegvad (London), Arianna Borrelli (Rom, Berlin), Luciano Canfora (Bari), Chen (Joseph) Cheng-Yih (Sanya, Hainan und San Diego), Baruch Gottlieb (Montreal, Seoul), Yasmin Haskell (Perth), Sebastian Klotz (Leipzig), David Link (Köln, Leipzig), Massimo Marra (Mailand), Anthony Moore (Köln, Arles), Miklòs Peternàk (Budapest), Quay Brothers (London), Dhruv Raina (Neu Delhi), Otto E. Rössler (Tübingen), George Saliba (New York), Elisabeth von Samsonow (Wien), Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin), Amador Vega Esquerra (Barcelona) und Lioudmila Voropai (Moskau, Köln, Berlin).

Das Projekt 5th Variantology Workshop, Neapel, 5.-8. November 2008, wurde außer von der UdK Berlin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert und vom Goethe-Institut Neapel großzügig unterstützt.


4. Variantology Workshop
On Deep Time Relations of Arts, Sciences and Technologies
In the Arabic-Islamic World and Beyond

Berlin University of the Arts, December 5–8, 2007
Chair: Siegfried Zielinski with Eckhard Fürlus
Office: Franziska Latell

Im Fokus des 4th Variantology Workshop 2007 in Berlin standen Beiträge zur und aus der Geschichte der arabisch-islamischen Wissens- und Technikkultur. Die Veranstalter der Werkstätte sind keine Arabisten oder Islamwissenschaftler. Auch haben wir uns 2006 nicht aus der Perspektive der Sinologie der Tiefenzeit der chinesischen Wissenschaft und Technik gewidmet. Allerdings sind wir sehr neugierig darauf zu erfahren, wie Ideen und Entdeckungen, die gemeinhin der europäischen Renaissance zugeschrieben werden, ihre originären Entwicklungen in der arabisch-islamischen Wissenskultur genommen haben. Dass Europa sich das Wissen des Altertums wesentlich über die Vermittlung durch die arabisch-islamische Naturphilosophie angeeignet hat, ist in der Geschichtsschreibung für die exakten Wissenschaften mittlerweile unumstritten.

Wie bei der Werkstatt mit den chinesischen Kollegen und China-Forschern im Jahr 2006 wurden 2007 Forschungsthemen zur Geschichte des wissenschaftlichen Denkens, der Philosophie, der Optik, der Bildtheorie und der Astronomie, der Akustik, der Mechanik und des Automatenbaus diskutiert.

Teilnehmer waren Hans Belting (Wien), Arianna Borrelli (Berlin/Rom), Almut Sh. Bruckstein (Berlin), Ramon Guardans (Barcelona), Claus-Peter Haase (Berlin), S. Irfan Habib (Neu Delhi), Dhruv Raina (Neu Delhi), George Saliba (New York), Wilhelm Schmidt-Biggemann (Berlin) und Amnon Shiloah (Jerusalem).

Zu den Diskussionsteilnehmern gehörten Irit Batsry (New York), Andreas Broeckmann (Berlin), Marcel René Marburger (Köln, Berlin), Anthony Moore (Köln, Arles), Mohammed Nekroumi (Berlin), Nils Röller (Zürich), Julian Rohrhuber (Köln), Margit Rosen (Karlsruhe) und Lioudmila Voropai (Moskau/Köln).

Universität der Künste Berlin, Institut für zeitbasierte Medien
Grunewaldstraße 2-5, 10823 Berlin.