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KUNST UND MEDIEN


Foto: Bernd Wille

Synchron zur Entwicklung audiovisueller Medien entstehen neue Formen künstlerischen Ausdrucks. Vor allem die relativ jungen zeitbasierten Medien Film, Video und Rechner erschließen Möglichkeiten, die noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Der Studiengang „Kunst und Medien“ – der einzig künstlerische in der Fakultät Gestaltung – stellt eben diese Medien und deren Verknüpfung in das Zentrum der Lehre. Global betrachtet geht es um den bildsprachlich und dramaturgisch experimentellen Einsatz von Bewegtbildern bzw. das künstlerische Gestalten multimedialer oder interaktiver Systeme. Der Studiengang versteht sich als Laboratorium, in dem alle Formen der künstlerischen Arbeit mit zeitbasierten Medien vertreten sind: Experimenteller Film, Narration in und mit technischen Bildmedien, Medienkunst, Generative Kunst, Computational Art, Neue digitale Medien des bewegten Bildes, Industrial Design, Interaction Design, Prozessdesign, Experimentelle Dokumentationen. Die einzelnen Felder und Klassen sind dahingehend ausgerichtet, daß auch in Zukunft auf die schnelllebige Entwicklung der zeitbasierten Medien adäquat reagiert werden kann.

Das Neue am Studiengang "Kunst und Medien" ist die horizontale Vernetzung zwischen verschiedenen Fachrichtungen. Nur so war es möglich, auf eine neue historische Situation auf dem Gebiet der Arbeitsmittel zu reagieren und eine dringend notwendig gewordene Studienreform durchzuführen. Die Lehre findet in verschiedenen Fachklassen als Projektstudium statt. Komplexität und Vielseitigkeit des Sujets spiegeln die Projektauswahl wider. Verknüpft mit der traditionell künstlerischen Ausbildung in Klassen und der – nicht nur räumlichen – Nähe zur Bildenden Kunst resultiert daraus eine einzigartig innovative Studienatmosphäre. So entstehen neue Perspektiven künstlerischer Autorenschaft und Praxis. Diesem Ansatz wird in der Studienordnung auch dadurch Rechnung getragen, dass Studierende im Lauf der Ausbildung mindestens zwei verschiedene Fachklassen besuchen müssen. Dies ermöglicht eine Spezialisierung, verhindert aber auch andererseits Scheuklappen gegenüber benachbarten Gebieten und ermöglicht und fördert innovative Kooperationen. Das implizite Ziel einer solchen Ausbildung ist es, selbständiges künstlerisches Denken zu fördern, mit dem AbsolventInnen sich in ganz unterschiedlichen Kontexten orientieren und klug agieren können.

Nach Studienabschluss stehen Berufsfelder offen, die von freier Kunst bis zur Mediengestaltung reichen. Die Zulassung für den 1998 gegründeten Studiengang erfordert ein abgeschlossenes Grundstudium und eine Grundausbildung in zeitbasierten Medien. Das sechssemestrige Hauptstudium endet mit einer Absolventenprüfung. Wird das Studium mit "besonderem künstlerischen Erfolg" abgeschlossen, kann auf Antrag die Fortsetzung des Studiums in einem Meisterschülerjahr bewilligt werden. Das künstlerische Projekt im Meisterschülerjahr wird von einer Professorin oder einem Professor im Studiengang "Kunst und Medien" begutachtet und betreut. Der Antrag auf ein Meisterschülerstudium kann auch von Studierenden gestellt werden, die ihren Absolventenabschluß oder Master nicht im Studiengang "Kunst und Medien" erworben haben, sondern an einer anderen Kunsthochschule oder Universität.

Der Studiengang ging als Ergebnis eines intensiven und inzwischen als hervorragend evaluierten Reformprozesses aus dem Studiengang "Experimentelle Filmgestaltung" (später "Experimentelle Mediengestaltung") hervor, der Anfang der 90er Jahre als künstlerische Klasse nach dem Absolventenmodell der Bildenden Kunst gegründet worden war. Es wurde im Laufe der 90er Jahre klar, dass ein künstlerisches Studium der Medien nur dann sinnvoll ist und erfolgreich sein kann, wenn es curricular in einem Klassenverbund stattfindet, der die ganze Bandbreite der zeitbasierten Medien vertritt. Eine einzelne Klasse könnte diesem Anspruch, angesichts der Bandbreite der künstlerischen Ausrichtungen in den zeitbasierten Medien, nie gerecht werden. Dieser Vernetzungsgedanke lief parallel zu der rasanten Entwicklung der digitalen Bild- und Tonmedien, die das vom Studiengang angestrebte fach- und fakultätsübergreifende Studium überhaupt erst ermöglichte. Einerseits "ermöglichte", andererseits aber im Sinne eines wirksamen künstlerischen Studiengangs auch erforderte. Das im Studiengang "Kunst und Medien" umgesetzte Studienmodell ist damit international eines der wenigen Programme, das auf eine neue, wirklich gewordene Situation in den zeitbasierten Künsten reagiert hat und diese weiterhin im Sinne einer künstlerischen Forschung ausbaut.

Informationen für Studienbewerber

Formular: Antrag auf Zulassung in den Hauptstudiengang "Kunst und Medien"
Formular: Antrag auf Zulassung in das Meisterschülerstudium "Kunst und Medien"
Formular: Bewerbungsfristen und Termine

zu erhalten unter: UdK Website Studiengang Kunst und Medien